aktualisiert am: 18.11.19

DIE NARRENZAHL 11

 

Der Fasching stellt von altersher eine Art "Gegenwelt" zur christlichen Welt dar. In dieser Gegenwelt werden bestehende Ordnungssysteme, Gesellschaftsregeln und Tabus von den Narren nicht eingehalten, überschritten oder gar aufgehoben.

 

Der Narr schlüpft durch Maske und Kostüm in eine „Haut", um derart seine geheimen Wünsche zu verwirklichen, Persönlichkeiten zu persiflieren oder menschliche Schwächen in übertriebener Darstellung aufzuzeigen. Durch die Verkleidung mit Tiermasken die manchmal menschliche Züge aufweisen, sollten die diesen Tieren anhängigen negativen Triebmerkmale auf die Charakterschwächen der Menschen hinweisen. So bedeuten z.B. der Bock Unkeuschheit, der Hahn die Geilheit, der Pfau den Hochmut, der Esel die Trägheit, der Hund den Neid, das Schwein die Völlerei, der Löwe den Zorn, der Bär die Ungezügeltheit  usw.

 

Die Zahl 11 hat ihren Ursprung in der christlichen Lehre der katholischen Kirche: 11 wird als Sinnbild der Sünde verstanden, denn sie überschreitet die Zehnerzahl und somit die 10 Gebote Gottes.

Nach dem Matthäusevangelium wurden "um die elfte Stunde die Müßiggänger in den Weinberg geschickt".

Die 11 Stunde wird als die letzte Stunde vor der Umkehr am Aschermittwoch und dem Weltgericht gedeutet.

Für die Kirche steht der Narr in seinem, nach seinem Willen gewählten Verhalten während der Faschingszeit, als teilweise Übertreter des Gesetzes außerhalb der religiösen Vorschriften und Normen. Es wurde ihm daher die Zahl 11 beigegeben.

Darstellungen auf Gemälden alter Meister zeigen den Narren oft in Verbindung mit der Zahl 11.

Auch bei der 11er Messe Sonntag vormittags versammelten sich die Männer der Gemeinde im Wirtshaus, anstatt zur Kirche zu gehen.

 

Die Faschingsgesellschaften haben diese alten Überlieferungen aufgegriffen und die Zahl 11 als die Glückszahl der Narren festgelegt. Feste und Jubiläum von Faschingsvereinigungen werden auch bei vielfachem der Elferzahl gefeiert.

Eine andere Auslegung der Bedeutung der Zahl 11 ist auch, dass sie aus den Anfangsbuchstaben des Kampfrufes der franz. Revolution "Egalité  Liberté  Fraternité" abgeleitet wurde. Dies ist sind nicht haltbar, da die Zahl 11 zeitlich schon vor der franz. Revolution in Zusammenhang mit  Narren  erwähnt wurde.

 

Der Elferrat hingegen geht auf die französische Revolution zurück. Er stellte ursprünglich eine Persiflage der Revolutionstribunale dar und sollte in der Zeit der Besetzung des Rheinlandes Forderungen als Narreteien aufzeigen.

 

In unserer Zeit ist eine der wesentlichen Aufgaben des Elferrates (Elfer-Comitee) die Organisation der Faschingsaktivitäten des Vereines. Er berät und unterstützt die für Veranstaltungen verantwortlichen Organe des Vereins und beschließt die zur Realisierung gelangenden Aktivitäten.